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Türkenfeld ist "Gigabit-Region"

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Auszeichnung 
für kommunale IT-Sicherheit

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Was bedeutet der „Bauturbo“ für unsere Gemeinde?
Mehr Wohnraum im Ort schaffen durch Nachverdichtung und Umbau

Eine Umfrage des Bayerischen Rundfunks vom Februar 2026 zeigt: Gerade in Oberbayern wird fehlender Wohnraum als eines der größten Probleme gesehen. Viele Menschen suchen dringend nach einem zur jeweiligen Lebenssituation passenden Zuhause. Gleichzeitig ist ein klassischer Haus-Neubau längst nicht für jeden finanziell stemmbar. Ein Umbau, eine Aufstockung oder ein Anbau kann in vielen Fällen eine gute Alternative sein. Bestehende Gebäude, Anschlüsse und Zufahrten können weiter genutzt werden. Zudem bietet sich bei einer Erweiterung die Gelegenheit, notwendige energetische Verbesserungen – etwa am Dach, an der Fassade oder an der Heizung – gleich mit umzusetzen.

Positiv ist, dass die Bundesregierung diese Situation erkannt und mit dem sogenannten „Bauturbo“ ein Instrument geschaffen hat, um die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum deutlich schneller und mit weniger Hürden als bisher zu ermöglichen. Der „Bauturbo“ steht für gesetzliche Erleichterungen, die Verfahren vereinfachen und beschleunigen sollen. Im Mittelpunkt steht dabei die bessere Nutzung bestehender innerörtlicher Siedlungsstrukturen. Kern des Ansatzes ist die Nachverdichtung, also das Schaffen zusätzlichen Wohnraums innerhalb oder direkt angrenzend an bereits bebaute Gebiete.

Nachverdichtung ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Sie trägt zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden bei und hilft, Landschaft sowie landwirtschaftliche Flächen zu schonen. Bestehende Infrastruktur wie Straßen, Wasser- und Abwasserleitungen, Glasfaserzugänge, der öffentliche Nahverkehr, etc. sind bereits vorhanden und können effizient genutzt werden. Für Eigentümer entstehen neue Möglichkeiten, Wohnraum für Familienangehörige zu schaffen, generationenübergreifende Lösungen umzusetzen oder Einheiten zur Vermietung bereitzustellen. Auch kann es so gelingen, den Einwohnerschwund der letzten Jahre auszugleichen. Denn: Türkenfeld ist als vermutlich einzige Gemeinde im Landkreis in den letzten 10 Jahren „geschrumpft“; immer weniger Schultern müssen darum immer höhere Grund-Kosten für Wasserversorgung, Abwasser sowie die restliche Infrastruktur tragen. In Zahlen: Hatten wir 2014 noch 3725 Einwohner, sind es Stand 2024 noch 3619.

Wichtig ist jedoch: Auch bei Anwendung des „Bauturbo“ gelten die grundlegenden baurechtlichen Vorgaben und technischen Normen weiterhin uneingeschränkt. Dazu zählen beispielsweise die Einhaltung von Abstandsflächen, Anforderungen an Brandschutz und Statik, Regelungen zum Immissionsschutz. Auch Fragen der Erschließung, der Stellplätze oder des Hochwasserschutzes bleiben zu berücksichtigen. Der „Bauturbo“ bedeutet daher keine Absenkung von Sicherheits- oder Qualitätsstandards, sondern eine Verfahrensvereinfachung innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die stärkere Verankerung von Entscheidungen auf kommunaler Ebene. Sofern dieses Instrument angewendet wird, liegt die Entscheidungs- und Gestaltungshoheit verstärkt innerhalb der Gemeinde (= beim Gemeinderat) und weniger ausgeprägt als bisher bei übergeordneten Behörden. Dadurch können örtliche Gegebenheiten, städtebauliche Zielsetzungen und die Besonderheiten einzelner Quartiere gezielt berücksichtigt werden. Gleichzeitig müssen Maßnahmen im Rahmen des „Bauturbo“ immer im Einklang mit einer ganzheitlichen Entwicklungsperspektive für das jeweilige Gebiet stehen. Der „Bauturbo“ ist somit kein Automatismus für uneingeschränkte Bautätigkeit, sondern ein Instrument, das verantwortungsvoll eingesetzt werden muss.

Wenn Sie Fragen haben, ob und in welcher Form der „Bauturbo“ für Ihr konkretes Vorhaben in Betracht kommt, wenden Sie sich gerne an Bürgermeister Emanuel Staffler (E.Staffler@tuerkenfeld.de) oder an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.

Auf den Punkt gebracht:

  • Der Bauturbo erleichtert und beschleunigt Umbauten, Aufstockungen und Nachverdichtung im Ort.
  • Ziel: Mehr Wohnraum schaffen, vorhandene Infrastruktur besser nutzen und Flächen sparen.
  • Für Türkenfeld wichtig wegen Einwohner-Rückgang und steigender Infrastrukturkosten.
  • Baurechtliche Standards bleiben erhalten (Abstände, Brandschutz usw.).
  • Entscheidungen liegen stärker bei der Gemeinde, kein Freibrief für beliebiges Bauen.