Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung für Türkenfeld liegen vor. Sie ist ein strategisches Planungsinstrument, das allen Gemeinden vom Gesetzgeber aufgetragen wurde, um die Wärmewende umzusetzen und bis 2045 Klimaneutralität auf dem Heizsektor zu erreichen. Der Wärmeplan zeigt Hausbesitzern, Gewerbetreibenden und der Gemeindeverwaltung auf, welche Art der Wärmeversorgung im Gemeindegebiet mit welchem klimaneutralen Energieträger am besten funktioniert.
Die Klima- und Energieagentur Klima3 hat im Auftrag der Gemeinde den Wärmeplan für Türkenfeld vorgestellt. Die Ergebnisse präsentierten die Projektmanager Doris Kömmling und Tim Hennig im Rahmen der „Aktionswochen Wärme“ im Linsenmannsaal der Öffentlichkeit.
Keine Überraschung ist, dass für Türkenfeld als ländliche Gemeinde ein alle Haushalte umfassendes Fernwärmenetz mindestens im Moment nicht in Frage kommt. Es wäre schlicht zu teuer und nicht wirtschaftlich zu betreiben. Das hat auch eine Vorstudie bestätigt, die gemeinsam mit weiteren Kommunen am Ammersee-Westufer in Auftrag gegeben wurde.
Stattdessen wird es Sache der Hausbesitzer sein, individuelle und passgenau Lösungen umzusetzen. Derzeit werden noch mehr als zwei Drittel der Gebäude mit fossilen Energieträgern beheizt. Der Wärmeplan zeigt jedoch auf, dass ein Potential für die Nutzung von Grundwasser- und Umweltwärme sowie für Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren vorhanden ist.
Das größte Potenzial bietet die Luft-Wärmepumpe – 71 Prozent der Wohngebäude in Türkenfeld sind theoretisch dafür geeignet. Unter den Ein- und Zweifamilienhäusern sind es sogar 87 Prozent, wobei stets der Einzelfall betrachtet werden muss. Für einzelne Bereiche im Hauptort ist die Grundwasserwärmepumpe eine Option.
Erdwärmekollektoren bieten sich an, wenn eine ausreichend große Grundstücksfläche mit geringer Hangneigung und guten Bodeneigenschaften zur Verfügung steht. Ein zusätzliches Ausbaupotential besteht im Bereich der Solarthermie. Eine weitere spannende, aber im Detail zu prüfende Option – vor allem für die Beheizung öffentlicher Gebäude - könnte die Nutzung von Abwasserwärme sein.
Der Wärmeplan ist keine gebäudescharfe Untersuchung, er bietet Bürgern, Gewerbetreibenden und der Gemeindeverwaltung jedoch Orientierung in der Frage des Heizungstausches. Individuelle Beratung bietet die Check-dein-Haus-Kampagne der Verbraucherzentrale. Auf der Basis der Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung werden bei interessierten Hausbesitzern Vor-Ort-Beratungen zum Thema energetische Sanierung und Heizungsoptionen durchgeführt. Aktuell steht ein kostenfreies Kontingent an Beratungen zur Verfügung. Anmeldung unter „Aktionswochen Wärme“ in Türkenfeld – Klima3 Klimaagentur