Hochwasserschutz am Dorfweiher
Update 24.08.2026: Gemeinde veranlasst ergänzende fachliche Prüfung
Im Nachgang zur öffentlichen Berichterstattung haben die Gemeinde ergänzende Hinweise zur historischen Konstruktion des Weiherdamms erreicht. Diesen Hinweisen wurde nachgegangen. Dabei haben sich Anhaltspunkte ergeben, dass hinter der heute sichtbaren Steinmauer eine ältere Betonmauer in größerem Umfang erhalten sein könnte als bislang angenommen. Da die Mauerkonstruktionen nicht über die gesamte Länge freigelegt werden können, beruhen fachliche Bewertungen zwangsläufig auf Untersuchungen an einzelnen Stellen und den daraus abgeleiteten Annahmen.
Die Gemeinde beabsichtigt daher, ein Fachbüro mit einer ergänzenden und ergebnisoffenen Prüfung zu beauftragen. Ziel ist es, die neu gewonnenen Erkenntnisse fachlich einzuordnen und zu untersuchen, ob sich hieraus neue Schlussfolgerungen für die Bewertung des Bauwerks und seiner hochwasserschutzrelevanten Funktion ergeben.
Darüber hinaus soll geprüft werden, ob sich auf Grundlage der neuen Erkenntnisse alternative technisch und wasserwirtschaftlich gleichwertige Lösungsansätze zur Gewährleistung der erforderlichen Hochwassersicherheit ergeben. Dabei ist auch zu bewerten, inwieweit diese mit dem Erhalt der ortsbildprägenden Baumreihe in Einklang gebracht werden können.
Mit diesem Vorgehen stellt die Gemeinde sicher, dass sämtliche inzwischen vorliegenden Erkenntnisse in die weitere Entscheidungsfindung einfließen und die anstehenden Beratungen auf einer möglichst belastbaren fachlichen Grundlage erfolgen.
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Der Damm am Dorfweiher entspricht nicht mehr den technischen Anforderungen. Weil er einem Hochwasser womöglich nicht standhalten würde, muss er saniert werden.
Der Dorfweiher spielt für den Hochwasserschutz im Ortskern eine bedeutende Rolle. Bei Starkregenereignissen dient er als Rückhaltebecken und nimmt das Oberflächenwasser der Bahnhofstraße auf. Auch trägt er dazu bei, Schäden am Unterlauf des Höllbachs zu vermeiden.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnhofstraße ist der Weiher in den Fokus des Wasserwirtschaftsamts gerückt. Ein Gutachten ergab, dass der Weiherdamm nicht den geltenden Normen entspricht und darum seine Wirkung im Hochwasserfall eingeschränkt sein kann. Er soll nun so umgebaut werden, dass eine berechenbare und gleichmäßige Überströmung möglich wird.
Dafür muss Oberboden abgetragen, der Dammkörper profiliert und eine erosionssichere Deckschicht aufgebracht werden. Die vorhandenen Bäume müssen entfernt werden, Nachpflanzungen sind ausgeschlossen. Denn die tiefen Wurzeln von Bäumen schwächen die Dammstruktur. Sie lassen im Boden Sickerwege entstehen und führen im schlimmsten Fall zu einer inneren Erosion. Die Standsicherheit des Weiherdamms wäre in diesem Fall massiv gefährdet. Und sollte je einer der Bäume durch einen Sturm entwurzelt werden, wäre die Stabilität des Bauwerks zusätzlich beeinträchtigt.
Vertretbare Alternativen gibt es nicht. Die Möglichkeit, vor dem Damm eine Mauer in den Weiher zu setzen, wurde im Gespräch mit Fachleuten thematisiert, aber verworfen. Eine solche Maßnahme wäre technisch ungemein aufwändig und würde deutlich höhere Kosten verursachen als ein überströmbarer Damm. Zudem würde die Wasserfläche des Weihers verringert und dadurch die Hochwassergefahr verschärft.
Eine ansprechende optische Gestaltung des Weiherdamms ist dennoch möglich, zum Beispiel mit mobilen Pflanztrögen. Hitzeschutz bei Veranstaltungen wie dem Türkenfelder Fischerstechen kann mit Hilfe von Sonnensegeln gewährleistet werden.
Zusätzlich zur Ertüchtigung des Damms ist geplant, den Weiherauslass an der Ecke Weiher- und Thünefeldstraße zu optimieren. Ein zweiter Auslass wird stillgelegt, da er über Privatgrund verläuft. Künftig soll ein Pumpensystem das Wasser bei Bedarf zum regulären Auslass leiten.
Am Auslassbauwerk ist eine Betonsanierung sowie eine Instandsetzung der Brüstungen vorgesehen. An der Brücke selbst sind derzeit keine Eingriffe erforderlich. Ihr technischer Zustand soll jedoch fortlaufend beobachtet und dokumentiert werden, um bei einer Verschlechterung schnell reagieren zu können.
Die Kosten für die anstehenden Maßnahmen liegen voraussichtlich bei 415 000 Euro. Für die Sanierung des Weiherdamms rechnet die Gemeinde mit einer staatlichen Förderung von 180 000 Euro.