Überrechnung des (möglichen) Überschwemmungsgebietes HÖLLBACH

Vorstellung der Ergebnisse durch das beauftragte Fachbüro sowie Ableitung nächster Schritte und Beauftragung einer weitergehenden Betrachtung des Dorfweiher-Dammes.

Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) hat die Gemeinde vor einiger Zeit gebeten, das sog. „Überschwemmungsgebiet Höllbach“ gutachterlich untersuchen zu lassen. Kernanliegen des WWA war es, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich der durch den Altort verlaufende Höllbach in verschiedenen Szenarien (z. B. Starkregen, …) verhält. Mit einbezogen in die Betrachtung wurde auch die Bebauung im Umgriff des Höllbachs sowie der Aspekt „Oberflächenentwässerung“.

Noch in der vorangehenden Wahlperiode beauftragte daher der Gemeinderat das Büro Steinbacher-Consult Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG mit der Durchführung der entsprechenden Berechnungen. Federführend betraut mit den Arbeiten war Herr Gross.

Die vorläufigen Ergebnisse wurden zwischenzeitlich dem Wasserwirtschaftsamt sowie dem Amt für ländliche Entwicklung und dem Planungsverband Anfang Oktober vorgestellt. Gemeinderat und interessierte Öffentlichkeit werden im Rahmen der heutigen Sitzung informiert (vgl. Präsentation Büro Steinbacher).

Als Zwischenfazit ist festzuhalten:

  1. Die Überrechnung förderte erwartbare Resultate zu Tage (= keine sich stark vom Erleben vor Ort unterscheidenden „Schwachstellen“).
  2. Im Vergleich mit anderen Gemeinden ist die Zahl der neuralgischen Stellen überschaubar.
  3. Es wird empfohlen, in weitergehenden Begutachtungen explizit die neuralgischen Stellen anzugehen (wie z. B. Dorfweiher).
  4. Der heutige Sachvortrag sowie die Überrechnungsergebnisse werden im Sinne vollständiger Transparenz der Öffentlichkeit via Homepage zugänglich gemacht.

Betrachtung Dorfweiher und insb. Dorfweiher-Damm (Richtung Weiherstraße) – auch im Kontext des angedachten Ausbaus:

Ergänzend zum urspr. Auftrag ergab sich eine Erweiterung des Betrachtungsfensters durch den Bauabschnitt II der Bahnhofstraße und die geplante Ertüchtigung u. A. der Weiherstraße unterhalb des Weiher-Dammes. Im Jahr 2019 wurde zum Weiherdamm ein umfängliches Gutachten erstellt. Dessen Gesamtfazit lautet wie folgt:

„8.8 Gesamtstandsicherheit Gemäß allen geführten Nachweisen, kann die Gesamtstandsicherheit des untersuchten, bestehenden Dammbauwerks bestätigt werden. Aus geotechnischer Sicht sind daher kurzfristig, zumindest unter den Aspekten der Standsicherheit des Dammes, keine weiteren Sanierungserfordernisse erkennbar.“

Das WWA hat zwischenzeitlich mitgeteilt, dass ergänzend zur Betrachtung des Weiherdammes im Jahr 2019 eine weitere Überprüfung des Bauwerks notwendig ist. Es muss sichergestellt sein, dass die definierten Anforderungen an ein solches Bauwerk (definiert in einer DIN) eingehalten werden.

Aus Sicht der Gemeindeverwaltung ist es darum unerlässlich, die vom WWA geforderte ergänzende Betrachtung des Weiher-Dammes wie oben dargestellt in Auftrag zu geben. Es ist sinnvoll, mit dieser weitergehenden Betrachtung das Büro Steinbacher-Consult Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG zu beauftragen, sodass die Dinge inhaltlich ineinandergreifen. Der Inhalt des weitergehenden Auftrags wurde in der Zwischenzeit auch mit dem WWA abgestimmt. Die Honorar-Schätzung beläuft sich auf 5.700 Euro netto.

Festzuhalten ist, dass sich durch die heute vorgestellten Ergebnisse sowie die Anforderungen an den Weiherdamm Verschiebungen im geplanten Ausbau der Bahnhofstraße ergeben können. Gleichzeitig müssen insb. i. B. auf die geplanten Baugebiete DORFANGER und SALITERSTRASSE NORD  die jetzt gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Vertreterinnen des Planungsverbandes haben darum ebenfalls an der Vorstellung der Berechnungsergebnisse gemeinsam mit dem WWA und dem ALE teilgenommen.

Einschätzung der Verwaltung:

Aufbauend auf den Ergebnissen der Berechnung und eingedenk der jüngsten Starkregenereignisse erscheint es geboten, dass sich die Gemeinde für den Bereich Höllbach weitergehend mit dem Thema Hochwasserschutz befasst. Hierbei handelt es sich aufgrund von Abhängigkeiten, komplexen Eigentumsverhältnissen, etc. um ein herausforderndes Projekt. Positiv zu beurteilen ist die Tatsache, dass mögliche Maßnahmen mittlerweile großzügig staatlicherseits gefördert werden. Nur so ist vermutlich eine Realisierung finanziell darstellbar.

Zusammengefasst die nächsten Schritte (wie auch mit den wesentlichen Stellen am 11.10.2021 besprochen):

  1. Beauftragung weitergehende Begutachtung Weiher-Damm (vgl. heutige Sitzungsvorlage)
  2. Betrachtung des Gesamtergebnisses der Überrechnung Höllbach durch das WWA; Ableitung von weitergehenden Handlungsempfehlungen
  3. Abhängig von den Punkten 1+2: Ableitung konkreter (baulicher) Maßnahmen sowie Auswirkungen auf geplante bauliche Entwicklungen.
    Angesichts der Überschaubarkeit der gefährdeten Stellen empfiehlt das WWA Stand heute kein übergreifendes Hochwasser-Schutzkonzept. Stattdessen sollen zielgerichtet die neuralgischen Stellen wie z. B. Dorfweiher angegangen werden.
  4. Ggf. in Abstimmung mit dem LRA Festsetzung von Überschwemmungsgebieten (zu beleuchten, ob dies Sinn macht lt. WWA)

Details können der Präsentation des Fachbüros entnommen werden.

Präsentation: Überschwemmungsgebiet Höllbach (PDF)

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