Blütezeit ist Nachwuchszeit – Achtung beim Spaziergang in der Natur!!

Schild Rehkitz

Mit dem Beginn des Frühjahrs startet in der heimischen Natur auch die Brut- und Setzzeit der Wildtiere. Ab April, wenn der Frost weniger und die Tage länger und wärmer werden, gebären (Jägersprache: setzen bzw. legen) sie ihren Nachwuchs im Schutz von Hecken, im Bau oder im hohen Gras.  

So bringen Enten ab Februar, Fuchs, Marder und Hase ab März ihren Nachwuchs auf die Welt. Ab Mai legen Fasane und Rebhühner ihre Eier. Unsere Bodenbrüter sind in der Aufzuchtzeit sehr anfällig für Störungen durch den Menschen, Hund und natürlich auch durch Raubwild. Die weiblichen Rehe (Geissen) setzen Anfang Juni 1-2 Kitze, die sich in den ersten 2-3 Lebenswochen im hohen Gras verstecken und keinen Fluchtreflex zeigen. Ganz zu schweigen von den ganzen Singvögeln die nun ihren Nachwuchs aufziehen.  

Da aufgrund der Corona-Krise viele Menschen noch immer nicht verreisen können, zieht es mit Beginn des Frühjahrs nun noch mehr Besucher in die freie Natur als dies bereits im Coronawinter 2020/21 der Fall war. Aus diesem Grund haben wir im Jagdbogen Süd bereits Ende April Informationstafeln an mehreren Stellen im Revier aufgestellt.

Diese dienen den Naturnutzern zur Information über die Jungtiere und zur Sensibilisierung beim Spaziergang allein oder mit Hund. Das Verlassen der Wege und das damit verbundene Spazieren durch Heckengehölze und hohes Gras birgt viele Gefahren für das Jungwild.

Gelege können zerstört werden, Kitze und Junghasen können von ihrer Mutter verstoßen werden wenn sie einmal mit Menschen oder Hunden in Kontakt gekommen sind.

In letzter Zeit hatten sich auch einige besorgte Türkenfelder*innen gemeldet und von in Panik flüchtenden Rehen berichtet.  Dies birgt Gefahren für Wild und Hund. Bei daraus resultierenden Zusammenstößen im Straßenverkehr kommt es oft zu Verletzungen der beteiligten Tiere und Menschen.  

Bitte seien Sie daher achtsam und geben auch dem Wild den Platz und die Ruhe die es braucht.

Harald Magerl

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